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Physikalische und Rehabilitative Medizin


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Physikalische Therapien finden zumeist Anwendung in Reha-Kliniken, werden aber auch unabhängig davon für verschiedenste Krankheitsbilder eingesetzt. Dabei reichen die Maßnahmen von Hausmitteln wie feuchten Wadenwickeln bei Fieber über Wärme-, Kälte- und Lichtanwendung bis hin zu Massagen und reflextherapeutischen Verfahren. Die rehabilitative Medizin beschreibt Maßnahmen, die in der Folge für eine Teilhabe am alltäglichen Leben sorgen. Neben der medizinischen Rehabilitation existieren Maßnahmen der sozialen und beruflichen Rehabilitation. Die häufigsten Kranksheitsbilder, die Reha-Behandlungen nach sich ziehen, entstammen dem orthopädischen und rheumatischen Bereich. Des Weiteren bedürfen häufig onkologische, kardiovaskuläre, neurologische und psychische Erkrankungen spezieller Reha-Maßnahmen.

Wärme-, Helio- und Kryotherapie

Die Physikalische und Rehabilitative Medizin arbeitet viel mit Thermotherapien, worunter die Anwendung von Kälte oder Wärme verstanden wird.

Wärmetherapie ist indiziert bei chronisch degenerativen Erkrankungen, Verspannungen und Osteoporose. Als Varianten kommen auch Moorbäder und Wärmeanwendung per Ultraschall zum Einsatz. Sie hemmen die Nozizeption, sorgen über Vasodilatation für eine verbesserte Durchblutung und erreichen eine Relaxation der Muskulatur. Der in Moorbädern enthaltenen Huminsäure wird zusätzlich ein antiphlogistischer Effekt nachgesagt.

Bei akuten Entzündungen, insbesondere des muskulo-skelettalen Systems, kann eine Kryotherapie über Kühlung, Vasokonstriktion und Hemmung der Nozizeption Linderung verschaffen. Sowohl die Kryo- als auch die Wärmetherapie finden unter dem Begriff der Thermotherapie Anwendung in der Medizinischen Trainingstherapie, beispielsweise nach Hüft- oder Knie-TEP.

Heliotherapie bezeichnet die Behandlung mit Sonnenlicht, deren Indikationen beispielsweise Vitamin-D-Mangel, saisonale Depression und Hautkrankheiten wie Psoriasis, Lichen ruber, Vitiligo sowie Neurodermitis sind. Für die Lichttherapie der Depression eignen sich Leuchtquellen mit 2500 bis 10000 Lux. Hauterkrankungen werden mit UVB oder UVA behandelt, wobei zu beachten ist, die minimale Erythemschwelle nicht zu überschreiten.

Elektrotherapie

Im Rahmen der Elektrotherapie kommen unter anderem eine niederfrequente Reizstromtherapie bei peripheren Nervenparesen sowie die TENS zum Einsatz. Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) blockiert afferente Fasern im Cornu posterius und wird darum bei chronischen Schmerzen eingesetzt.

Komplexe physikalische Entstauungstherapie

Die komplexe physikalische Entstauungstherapie umfasst die manuelle Lymphdrainage, Bewegungsübungen, Kompressionstherapie und Maßnahmen der Hautpflege. Angezeigt ist sie unter anderem bei venösen oder Lymphödemen. Zu beachten sind jedoch absolute Kontraindikationen wie schwere Herzinsuffizienz, pAVK, entzündliche Erkrankungen und akute Thrombosen.

Reflextherapeutische Verfahren

Die Physikalische und Rehabilitative Medizin umfasst weiterhin reflextherapeutische Verfahren. Diese nutzen unter anderem die Head'schen Zonen, um über eine mechanische Einwirkung auf die Haut eine Wirkung auf innere Organe zu erzielen. Beispiele sind die Kolonbehandlung nach Vogler und Krauß zur Behandlung einer Obstipation und die Periostbehandlung, bei der das autonome Nervensystem stimuliert wird.

Die recht bekannte Kneipp-Therapie, die auf den fünf Säulen der Ordnungs-, Bewegungs-, Ernährungs-, Phyto- und Hydrotherapie beruht, beinhaltet mit der Hydrotherapie ebenfalls ein reflextherapeutisches Verfahren. Für das "Kneippen" sind mehr als 100 Varianten mit kaltem oder warmem Wasser beschrieben.

Massage

Massagen werden häufig bei muskulären Beschwerden wie Verspannungen und Myogelosen eingesetzt und sind nicht nur im Bereich Physikalische und Rehabilitative Medizin verbreitet. Typische Indikationen sind weiterhin Lumbalgien und unspezifische Rückenbeschwerden. Darüber hinaus können Massagen in der Behandlung von Erkrankungen mit Innervationsstörungen der Muskulatur eingesetzt werden. Die Bürstenmassage der Haut wird unterstützend bei der chronischen primären Hypotonie angewendet.

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